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Der Ersatzneubau des Asylzentrum Adliswil entsteht an gleicher Stelle wie das bereits bestehende, einst als Provisorium geplante, Gebäudeensemble aus dem Jahr 1990. Die Parzelle wird nordöstlich von der Sihl und südwestlich durch die Sihlstrasse als auch die Bahnlinie der Sihltalbahn gefasst. Südöstlich bildet Sie zusammen mit dem Stellplatz für die Fahrenden das Ortsende von Adliswil und leitet in das Sihltal ein. 

 

Der Neubau des Asylzentrums, ein Gebäudeensemble bestehend aus drei Baukörpern, thematisiert in seiner Setzung die beiden charakteristischen Aussenräume – Landschaftsraum Sihl und Strassenraum mit Bahnlinie. Das Ensemble setzt sich aus zwei dreigeschossigen, rechtwinklig zueinanderstehenden Längsriegeln zusammen, welche durch ein drittes, zweigeschossiges und kompakteres Volumen in deren Mitte, in Beziehung gesetzt werden. Dieser dritte Körper tritt in seiner Anordnung hervor und schafft damit eine klar erkennbare Adressbildung zur Sihlstrasse. Aufgrund seiner zentralen Lage kommt dem Verbindungskörper eine besondere Bedeutung, hinsichtlich der Organisation der Gesamtanlage zu. Auf Erdgeschossniveau befinden sich in Ihm sämtliche administrativen Nutzungen, im ersten Obergeschoss sind die allgemeinen Räume der Wäscherei und der Beschäftigung situiert. Eine räumliche Vergrösserung der aussenliegenden Vorzone kann als Erweiterung dieser Räume genutzt werden und bietet Raum für den Austausch im halbprivaten Raum.

 

Die beiden Längsriegel umfassen jeweils vier Clusterwohneinheiten. Jedes Cluster kann zwischen fünf und acht Personen aufnehmen, hierbei können die Zimmer durch das strenge Grundraster bei Bedarf flexibel angepasst werden. Jeweils zwei Cluster werden über einen gemeinsam genutzten Essens- und Aufenthaltsbereich erschlossen. Von diesem aus gelangt man in den privateren Zimmerbereich, welcher über eine gemeinsame Vorzone die angegliederten Zimmer, Nasszellen und einen Abstellraum erschliesst. Jede Nutzungseinheit verfügt ebenfalls über eine dem Aufenthaltsbereich angegliederte Küche, die in einer back-to-back Anordnung, bei Bedarf zusammengeschaltet werden kann. 

 

Das gewählte, konstruktive Leitmotiv des Ersatzneubaus sieht einen maximierten Anteil an vorfabrizierten Elementen, verbunden mit einer möglichst geringen lokalen Eingriffstiefe vor. Analog zu den übrigen Bauteilen ist auch die Fassade vorfabriziert und modular zusammengestellt. Sie besteht aus einer hinterlüfteten Brettschalung, die vertikal und horizontal durch Metalllisenen gefasst wird. Nebst der Gliederung des Fassadenbildes übernehmen diese die Funktion der Leitungsführung der südseitig montierten Photovoltaikelemente und schaffen eine baulich klare Trennung zwischen den PV-Elementen und der Holzschalung. Hinsichtlich der Farbigkeit, integriert sich das Gebäude mit einer subtilen Farbigkeit in die Umgebung und bildet ein harmonisches Gesamtbild mit der angrenzenden Schulanlage.

A D L I S W I L  Ersatzneubau zur Unterbringung und Betreuung von Asylsuchenden

BAUAUFGABE Ersatzneubau zur Unterbringung und
Berteuung von Asylsuchenden  
ORT Adliswil, Kt. Zürich   
BAUHERRSCHAFT Baudirektion Kanton Zürich   
STATUS Einstufiger Projektwettbewerb im offenen Verfahren
für Generalplanerleitungen, engere Wahl, 2020   
RAUMPROGRAMM 65 Zimmer für Einzelpersonen oder
Familien, Küche, Ess- und Aufenthaltsbereiche, Räume für
Administration und Betreung, Beschäftigung und Waschen   
PROJEKTKOSTENZIEL 12 Mio CHF (BKP 1-9)
 
ARCHITEKTUR STUDIO JES   
LANDSCHAFTSARCHITEKTUR SIMA I BREER LANDSCHAFTSARCHITEKTUR   
BAUINGENIEUR Makiol Wiederkehr AG   
HAUSTECHNIK Gruenberg + Partner AG  
ELEKTROPLANUNG enerpeak AG   
BRANDSCHUTZ Primin Jung Schweiz AG   
BAUMANAGEMENT WT Partner AG   
VISUALISIERUNG RendeRisch